Tutorial
„Plektron schleifen“
Tutorial
„Plektron schleifen“
Tutorial Volume 1 - Plektron schleifen
Die meisten Plektren müssen erst auf das Spiel und das Instrument optimiert werden.
Jeder Spieler hat da so seine eigene Technik. Wir zeigen hier ein Beispiel, wie man sein
Plektron selber schleifen kann.
Diese Materialien werden benötigt.
Vorzugsweise wasserfeste Schleifpapiere mit den Körnungen 600, 1000-1200, 2000,
und 8000 (die Körnungen 600-2000 erhält man in gut sortierten Baumärkten. Die ganz
feine Körnung erhält man im Musikfachgeschäft). Zum letzten Polieren kann man ein
Stück Leder, Jeansstoff oder Papier verwenden.
Nicht zu vergessen das Plektron, in diesem Beispiel ein weicheres (weißes) Wolle-
Plektron, das unter Profispielern sehr beliebt ist. Durch seine Materialauswahl und
Formgebung erzeugt es ein geräuscharmen Klang und ist angenehm zu spielen.
Dies Plektron entstand in einer Zusammenarbeit mit Prof. Marga Wilden-Hüsgen
und Detlef Tewes.
Das Wolle-Plektron wird im Rohzustand angeboten, damit jeder Spieler sich ein
individuelles Plektron zurecht schleifen kann.
Das Plektron ist auf der einen Seite leicht gerundet, auf der anderen scharfkantig.
Einige Spieler belassen die gerundete Seite und bearbeiten nur die scharfkantige Seite.
In unserem Beispiel werden aber beide Seiten geschliffen, um ein Plektron zu erhalten,
das mit beiden Seiten gleichwertig gespielt werden kann.
Die Plektronspitze hat schon eine vorgefertigte Spitze, mit der sich viele Spieler schon
gut arrangieren können. Es steht genug Material an der Spitze zur Verfügung um die
Spitze sowohl runder als auch breiter zu formen.
Doch erstmal etwas Grundsätzliches.
Schleifen verursacht Kratzspuren. Je gröber das Schleifmittel um so stärker die Kratzer
(Riefen). Man arbeitet sich vom groben 600er Schleifpapier langsam hoch bis zum
8000er Schleifpapier. Bei jedem Schleifgang werden die Schleifspuren feiner. Aber
Vorsicht! Jeder Schleifgang trägt Material ab. Je feiner die Körnung um so weniger
Druck darf ausgeübt werden. Also bedächtig schleifen. Was einmal weggeschliffen
wurde, ist endgültig weg.
Wer noch nicht so viel Übung im Plektronschleifen hat, sollte zu Beginn nicht soviel
Druck beim Schleifen aufwenden und die Form des Plektron immer wieder
kontrollieren. Mit einiger Übung wird dann solch ein Plektron in 5–10 Minuten fertig
geschliffen sein. Bei einigen Materialien sollte man auch keine zu schnellen
Schleifbewegungen machen, da das Material sich sonst erwärmt und dann verformt.
Solch ein Plektron kann man dann nur noch wegwerfen.
Und eine Warnung! Bitte keine starren Schleifmittel wie zum Beispiel eine Nagelfeile
verwenden. Sie ist nicht in der Lage gerundete Oberflächen zu erzeugen.
1. Der Rohschliff.
Man beginnt mit dem Schleifpapier der 600er Körnung. Suchen Sie sich eine
Arbeitsfläche mit glatter Oberfläche und einer geraden Kante (z.B. Tisch).
Das Plektron muss plan aufliegen. Halten Sie es zwischen den Fingern und dem
Daumen. Der Daumen übt leichten Druck in Richtung der Spitze aus, den nur die soll ja
angeschliffen werden. Durch leichtes Hin- und Herreiben trägt man so das Material ab,
bis es unserem Wunsch entspricht.
2. Der erste Feinschliff.
Man verwendet nun das Schleifpapier mit der 1000-1200er Körnung. Dazu legt man
das Schleifpapier auf die Handfläche, sodass sich eine leichte „Mulde/Hohlkehle“
zwischen zwei Fingern bildet. In dieser Hohlkehle trägt man nun die groben Kratzer ab.
Die leichte Wölbung des Schleifpapieres entgratet die Kanten des Plektron.
Während des Schleifen dreht man das Plektron um seine Achse und wieder zurück,
um einen gleichmäßigen Schliff zu erreichen. Diese Prozedur wird mit der anderen
Seite des Plektrons wiederholt.
3. Der zweite Feinschliff.
Man wiederholt die Art des Schleifens vom ersten Feinschliff mit dem
2000er Schleifpapier.
4. Polieren.
Dies ist der letzte Schritt. Letzte feine Kratzer werden mit dem Schleifpapier
der 8000er Körnung entfernt, bis kein noch so kleiner Kratzer im Plektron ein
Nebengeräusch erzeugen kann. Manche Spieler verwenden zum Polieren auch
ein Stück Leder, Jeansstoff oder Papier.
5. Feintuning für Perfektionisten.
Man legt das Schleifpapier (2000er oder 8000er) über ein Saitenpaar und führt
eine langsame Anschlagbewegung (Auf- und Abschlag) aus.
Quellen:
„Finishing von Wolle-Plektren“, Verlag Trekel,
Befragung von Profi-Spielern (Dank an Olga und Maren).
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