P   B

Pachelbel, Johann

Paulsen-Bahnsen, Ralph

Pergolesi, Giovanni Batista

Piccinni, Nicolò

Pleyel, Ignaz Josef


Praetorius, Michael

Probst, Franz

Purcell, Henry

Pachelbel, Johann;


Johann Pachelbel wurde am 1. September 1653 in Nürnberg getauft. Seine Eltern waren der Weinhändler Johann (Hans) Pachelbel (* 1613 in Wunsiedel) und dessen zweite Gattin Anne Maria, geborene Mair. Er fiel schon früh durch seine musikalische und wissenschaftliche Begabung auf. Das Studium an der Universität Altdorf bei Nürnberg musste er im Jahre 1669 nach nur neun Monaten aufgeben, da sein Vater in finanzielle Probleme geriet und sein Haus verpfänden musste. Johann Pachelbel besuchte in der Folgezeit das Gymnasium Poeticum in Regensburg, 1673 ging er nach Wien.

Er wurde 1677 herzoglicher Hoforganist in Eisenach und lernte dort die Familie Bach kennen. 1678 wechselte er als Organist an die Predigerkirche nach Erfurt, hier gab er dem älteren Bruder Johann Sebastian Bachs, Johann Christoph Bach d. J., Orgelunterricht.

In Erfurt heiratete Johann Pachelbel 1681 Barbara Gabler, die, ebenso wie ihr gemeinsamer Sohn, im Oktober 1683 an der Pest starb. Bereits im Folgejahr heiratete er Juditha Dommer, die Tochter eines Kupferschmieds. Sie bekamen sieben Kinder, darunter die Malerin Amalia Pachelbel (1688-1723) und den nach Amerika ausgewanderten Sohn Carl Theodorus Pachelbel (1690-1750), der ebenfalls Musiker war.



Grabmal auf dem Rochusfriedhof

Johann Pachelbel wechselte 1690 nach Stuttgart in die Dienste der Herzogin Magdalena Sibylla. Bereits 1692 floh er vor einer drohenden französischen Invasion nach Nürnberg. Im Anschluss daran wirkte er als Stadtorganist an der Augustiner- und Margarethenkirche in Gotha. 1695 ging er zurück in seine Heimatstadt Nürnberg, wo er als Organist von St. Sebald Nachfolger des verstorbenen Georg Caspar Wecker wurde. Hier starb er im Alter von 52 Jahren am 3. März 1706, er ist auf dem Rochusfriedhof in Nürnberg beerdigt.

Werke:


Kanon in D, aus Kanon und Gigue in D-Dur

Toccaten, Ciaconen, Fantasien und Fugen

Paulsen-Bahnsen, Ralph;


Ralph Paulsen-Bahnsen wurde am 20. Juli 1954 in Hamburg St.-Georg

geboren. Er spielte schon in jungen Jahren als Gitarrist in verschiedenen Bands und Formationen.

erster Unterricht in E-Gitarre bei Kalle Popp, der als Bassgitarrist und Sänger

der Band "The Beathovens" bekannt war - durch ihn Kontakt zum Hamburger Konservatorium und zu Prof. Bernard Hebb, dessen Schüler und späterer Student er viele Jahre war, Abschluss 1976 als Leiter von Zupfensembles

an der Bundesakademie in Trossingen, Examen als staatlicher Musiklehrer für Gitarre (SMP) 1976 von 1976-1977 Studium am Hamburger Konservatorium mit dem Hauptfach Komposition/Musiktheorie bei Prof. Dr. Wolfgang Andreas Schultz von 1977 - 1981 Studium an der Hochschule für Musik in

Hamburg mit Hauptfach Komposition/Musiktheorie bei Prof. Dr. Werner Krützfeldt, Examen 1981 mit Auszeichnung Lehrtätigkeit von 1977 - 1983 als Dozent für Gitarre und Musiktheorie am Hamburger Konservatorium, seit 1981

hauptamtliche Lehrkraft für Komposition, Gitarre und vorberufliche Fachausbildung an der Musikschule Norderstedt

Leiter von Chören und Zupforchestern und Mitglied der European Guitar Teachers Association sowie im Bund Deutscher Zupfmusiker

zahlreiche Veröffentlichungen, die überwiegend bei den Verlagen Peer und Trekel erschienen sind Neben seiner Arbeit als Komponist, Arrangeur und

Musikpädagoge spielt Ralph Paulsen-Bahnsen als Solist (Veranstaltungsreihe "Bar Guitar") und in verschiedenen Besetzungen, so z.B. in dem Duo "Birdie's Joy" zusammen mit Oda Heyse.

Werke:


Abba (Sing 'n' Swing with Abba) - Abba-Hits für gem. Chor

Alte Lieder und Tänze aus dem Schleswiger Land

Am Tag als der Regen kam

All together now (Let's make music)

Annett Louisan "Bohème" Songbook zum Album

Antiquariat (A) 1985

Aura Lee (A) 1997

Autumn Leaves (A/M) 1999

Ballo piccolo

Capriccio microna (K) 1981

Caracho (Fiedler/Paulsen-Bahnsen) 1990

Concertino Veneziano für Zupforchester und Blockflöte 1982

Concertino Veneziano für Gitarre und Blockflöte

Concerto d'Avignon

Das Phantom der Oper (The Phantom of the Opera) 1991

Detmolder Zupfmusik 1980

Drei Tänze für Jugendzupforchester 1980

Eine kleine Zugabe (Minuten-Tarantella) 1990

Folia For A Gang 2004

Folklore im Gitarrenchor 1 1976

Folklore im Gitarrenchor 2 1990

Folk Songs & Hits - für alle Gitarreneinsteiger 1995

Gavotte 1 + 2 (J.S. Bach/Paulsen-Bahnsen) 1999

Holländischer Kirmestanz 1983

House Of The Rising Sun "Sing`n´Swing" Bd. 2 für gem. Chor 1997

Jugoslavija 1974

La Casima Negra  2005

Let's Make Music - Die schönsten Evergreens

All together now

Je t'aime moi non plus

Honeysuckle rose 1995

Love me tender  1981

My Way Bearbeitung Gemischter Chor (Reihe Sing 'n' Swing Bd. 2)

Norderstedter Tänze 1985

Bremen eres 1965

Piezas ritmicas 1996

Popmusik für Blockflöte 1984 Moeck

Prätorische Tänze 1999

Preludio y Fuga antiguo Rondino (W.A. Mozart/P. Walthers)1978

Romanze und Tanz - nach spanischen Motiven 1977

Rush Hour für 3 Gitarren 2003

Rush Hour für 4 Gitarren 1997

Scandia-Suite für Zupforchester 1979

Scarborough Fair

Schmetterlingspolka aus Mecklenburg 1985

Sing 'n' Swing - Christmas Songs für gemischten Chor 1995

Sing 'n' Swing Vol 1 - Pop-Songs für gemischten Chor 1989

Sing 'n' Swing Vol 2 - Pop-Songs für gemischten Chor 1991

Sing 'n' Swing Vol 3 - Pop-Songs für gemischten Cho 1994

Sing 'n' Swing Vol 4 - Pop-Songs für gemischten Chor 1998

Sing 'n' Swing with Abba - Abba-Hits für gem. Chor 1993

Sonatina spionata 1979

Stompin' Maggie 69 1998

Spielstücke alter Meister 1 1979

Spielstücke alter Meister 2 1980

Spoozer (Popmusik für Zupforchester) 2001

Tantz und Saltarello nach einem französischen Volkslied 1981

The Entertainer (Joplin/Walthers) 1979

The Great Pretender

The Phantom of the Opera 1991

Tour 'd Europe - Melodien Europas 1980

Trimissimo 1989

Two Irish Tunes 1990

... und wenn Weihnachten kommt  2004

Vier Gitarren spielen zu Weihnacht 1975

Wascha mesa (H.Neusidler/P. Walthers) 1978

Wenn die Glocken hell erklingen 2000

Piccinni, Niccolò;


Niccolò Vito Piccinni, auch Piccini, eigentlich Nicola Vincenzo Picci(n)ni (* 16. Januar 1728 in Bari; † 7. Mai 1800 in Passy bei Paris) war ein italienischer Komponist der Klassik.


Er wurde von Leonardo Leo und Francesco Durante am Conservatorio di Sant' Onofrio in Neapel erzogen, wofür er dem Bischof von Bari zu danken hat, da sein Vater, selbst Musiker, seinem Sohn verweigerte, den gleichen Beruf wie er zu ergreifen. Piccinnis erste Oper, Le Donne dispettose, wurde 1755 uraufgeführt, und 1760 komponierte er in Rom das chef d’œuvre seiner frühen Jahre, La Cecchina ossia la buona Figliuola, eine Opera buffa, die in ganz Europa erfolgreich war. Er hatte 1756 seine Schülerin Sibilla Vincenza geheiratet, eine Sängerin, der er danach nie wieder einen Auftritt erlaubte.


1766 wurde Piccinni von Königin Marie Antoinette nach Paris eingeladen. Auch hier waren seine Arbeiten erfolgreich, bis der Direktor der Pariser Oper die Idee hatte, ihn und Christoph Willibald Gluck absichtlich aufeinander zu hetzen, indem er sie überzeugte, gleichzeitig das gleiche Sujet zu bearbeiten: Iphigénie en Tauride.

Somit erfolgte eine Wiederauflage des Buffonistenstreits. Das Pariser Publikum wurde in zwei feindliche Lager gespalten, die unter den Namen Piccinnisten und Gluckisten einen Krieg austrugen. Glucks Iphigénie en Tauride, die mit ihrer gesanglichen Behandlung des französischen Textes als Überwindung der klassischen Deklamationsregeln und als Rettung der französischen Oper gerühmt wurde, kam am 18. Mai 1779 zur Aufführung. Piccinnis weniger erfolgreiche Iphigénie folgte am 23. Januar 1781. Der Widerstreit der Parteien ging weiter, auch nachdem Gluck Paris 1780 verlassen hatte, denn man rief anschließend eine neue Rivalität zwischen Piccinni und Antonio Sacchini aus. Piccinni blieb so populär, dass er beim Tod Glucks 1787 vorschlagen konnte, ihm ein Denkmal zu seinen Ehren zu setzen – ein Vorschlag, den die Gluckisten nicht unterstützen wollten.

Nach der Revolution [Bearbeiten]


1784 wurde Piccinni Professor an der königlichen Musikschule, eines jener Institute, aus dem 1794 das Konservatorium gebildet wurde. Beim Ausbruch der Französischen Revolution im Jahre 1789 ging Piccinni nach Neapel zurück, wo er anfangs von König Ferdinand IV. wohlwollend empfangen wurde; als aber seine Tochter einen französischen Demokraten heiratete, fiel er in Ungnade. Die nächsten neun Jahre brachten eine prekäre Existenz in Venedig, Neapel und Rom, 1798 kehrte er nach Paris zurück, wo das Publikum ihn enthusiastisch empfing, er aber kein Einkommen mehr erzielte. Er starb zwei Jahre darauf in Passy bei Paris. In Bari wurde nach seinem Tod an seinem Geburtshaus eine Gedenktafel angebracht, eine Straße („Via Piccinni“) sowie die Stadtoper nach seinem Namen benannt.

Piccinni war Mitglied im Bund der Freimaurer, seine Mutterloge war die sog. Philosophenloge Neuf Sœurs in Paris.

Werke:


Le Donne dispettose (1755)

Alessandro nell'Indie (1758, nach Pietro Metastasio, Opera seria)

La Cecchina, ossia La buona figliuola (1760, Libretto von Carlo Goldoni, Opera buffa)

L'Olimpiade (1761, Neufassung 1774, nach P. Metastasio, Opera seria)

Catone in Utica (1770, nach P. Metastasio, Opera seria). Wiederaufführung in Mannheim 2007

Iphigénie en Tauride (1781, Opera seria)

Pergolesi, Giovanni Batista;


Giovanni Battista Pergolesi, am 4.1.1710 in Jesi geboren, hat auf dem Gebiet der Oper für Aufsehen gesorgt. Als Kapellmeister des neapolitanischen Prinzen Stigliano brachte er 1732 seine Oper 'Lo frate´nnamorato' auf die Bühne, ein typisches Werk für die sogenannte Neapolitanische Schule. Pergolesis heiter-beschwingten Allegrosätze waren Vorbild für den jungen Mozart, der von den 'singenden Allegros' des Italieners schwärmte. Die Aufführung von Pergolesis 'La Serva padrona' in Paris 1752 löste den berühmten Buffonistenstreit aus, bei dem die entsprechenden Anhänger entweder die italienische Opera buffo oder die französische Tragédie lyrique bevorzugten. Noch um 1770 bis 1780 schwelte der Streit zwischen Piccinisten und Gluckisten um Glucks Reformopern. Pergolesis tragisch kurzes und von ständigem Kränkeln begleitetes Leben führte zu einer vielfältigen Legendenbildung, bei der man ihm auch später viele Werke zuschrieb, die nicht von ihm stammten. Einem solchen Irrtum fiel Igor Strawinsky zum Opfer, der in seinem Werk 'Pulcinella' angebliche Stücke Pergolesis verwandte, die dieser aber tatsächlich nicht komponiert hatte. Giovanni Pergolesi starb mit 26 Jahren am 17.3.1736 in Neapel.

Werke:



Pleyel, Ignaz Josef;


18. Juni 1757 in Ruppersthal in Niederösterreich; † 14. November 1831 bei Paris) war ein österreichischer Komponist und Klavierfabrikant. Er war Sohn des Schulmeisters Martin Pleyl und dessen Gattin Anna Theresia. Seinen Familiennamen ergänzte er mit einem e, als er die französische Staatsbürgerschaft annahm. Pleyel war Schüler Joseph Haydns und Johann Baptist Vanhals in Pressburg und Eisenstadt. Seine Gönner, die Grafen Erdödy, bezahlten ihm die Ausbildung und den Aufenthalt bei Haydn - 100 Louisdor pro Jahr. Er vollendete seine Ausbildung in Italien und übersiedelte 1783 nach Straßburg, wo er Adjunkt des Domkapellmeisters Franz Xaver Richter wurde und sich fortan "Ignace" nannte. Bevor er nach Richters Tod 1789 dessen Nachfolge antrat, nahm er die französische Staatsbürgerschaft an. Vor der Revolution floh er nach London und wirkte dort zeitgleich mit seinem früheren Lehrer Haydn. Von 1795 an lebte er in Paris, wo er eine Musikalienhandlung und später daneben die noch heute unter der Firma Pleyel, Wolff u. Komp. bestehende Klavierfabrik gründete.

Pleyels Grab befindet sich auf dem Pariser Prominentenfriedhof Père Lachaise. 1959 wurde die Ignaz-Pleyel-Gasse in Wien-Favoriten nach ihm benannt.

Sein Sohn Camille Pleyel, geb. 1792, bildete sich unter Leitung seines Vaters und des Komponisten Johann Ladislaus Dussek zum Klavierspieler aus und übernahm 1825 die väterliche Klavierfabrik, der er bis zu seinem Tod am 4. Mai 1855 als Leiter vorstand.

Seine Schwiegertochter Marie Moke-Pleyel war eine Schülerin Friedrich Kalkbrenners und eine der bedeutendsten Pianistinnen ihrer Zeit

Werke:


Klavierschule von 1797

41 Sinfonien

6 Symphonies Concertantes

2 Opern („Die Fee Urgèle“ und „Ifigenie in Aulide“)

Requiem

Lieder

eine große Zahl kammermusikalischer Kompositionen.


"Grande Sonate" op. 45,3


Praetorius, Michael;


Michael Praetorius (1571 - 1621) wurde am 15. Februar 1571 in Kreuzburg (Thüringen) geboren und starb am 15. Februar 1621 in Wolfenbüttel. Praetorius hatte Kontakt mit anderen Großen seiner Zeit wie Hans Leo Haßler, Samuel Scheidt und Heinrich Schütz. Er war Sohn eines Predigers, studierte in Frankfurt an der Oder und wurde Kammersekretär und Magdeburgischer Hofkapellmeister in Wolfenbüttel.

Werke:


Französische Tänze aus Terpsichore

Dreistimmige Weihnachtsgesänge

Tänze für 5 Instrumente

6 Tanzfolgen aus Terpsichore

Allerley Frantzoesische Daentze

Probst, Franz;

(Pseudonym Francesco Lagally)


Franz Probst, der bekannte Jazzgitarrist des Saarländischen Rundfunks sowie Gründer und Leiter des Saarbrücker Gitarrenchors wurde am 04.09.1923 in Saar-brücken geboren.

Der Vater war Musiklehrer. Die beiden Brüder von Franz musizierten ebenfalls; vielerlei Musikinstru-mente waren im Hause verfügbar. In diesem Umfeld wurde sein musikalisches Talent schon sehr früh geweckt und gefördert. Bereits mit sieben Jahren erhielt er Violin-unterricht. Am Bornschein-Konservatorium Saarbrücken führte er seine Studien mit Gitarre und Violine bis zum Krieg fort.

Eine Verletzung der rechten Hand setzte seiner Karriere als klassischer Konzert-gitarrist ein jähes Ende. Unverzagt griff er zum Plektron und zur E-Gitarre. Aber auch am Kontrabass entwickelte er eine hohe Perfektion.

Mit Beginn des Krieges wurde der Vater Albert Probst (1902-1950) rekrutiert, und Sohn Franz übernahm dessen Gitarrenschüler an der „Musikschule für Jugend und Volk“ Saarbrücken und den Gitarrenpart in der „Rundfunkschrammel“.

Dieses Ensemble spielte i.d.R. mehrfach wöchentlich am frühen Morgen live im Sendestudio von „Radio Saarbrücken“ in der „Wartburg“. Franz Probst erzählte, dass er sich gelegentlich verschlief und in letzter Sekunde seinen Stuhl vor dem bereits auf Sendung geschalteten

Mikrophon erreichte. Einmal passierte es, dass der Notenständer polternd umfiel, was ihm eine Abmahnung einbrachte. Wiederholt musste die nicht akkurat vorbereitete Gitarre diskret nachgestimmt werden.

In der ersten Zeit nach dem Krieg musste der Allroundmusiker mit Unterhaltungsmusik aller Art in Tanzkaffees (z.B. Café Delft, Saarbrücken) und Bars seinen kargen Lebensunterhalt verdienen. Wenig später spielte er beim Sender „Radio Saarbrücken“ in der Wartburg gemeinsam mit seinem Vater und seinen Brüdern wieder einmal Schrammelmusik. 1947 heiratete er und wurde glücklicher Vater dreier Kinder.

Ab 1948 erhielt er in den verschiedenen Tanz- und Unterhaltungsorchestern des Saarländischen Rundfunks Anstellungen als E-Gitarrist und Bassist. Er spielte unter namhaften Orchesterleitern, wie: Rudi Braun, Erich Weber, Manfred Minnich, Eberhard Pokorny, Erwin Schmidt sowie Wolfgang Kowatsch und war ein begehrter, gelegentlich auch ein kritischer Mitspieler; denn als in den 50-er Jahren die sogenannte amerikanische Musik von Übersee nach Deutschland kam, war Franz Probst mit allen Spielarten des Jazz, Blues und Swings bereits bestens vertraut


Franz Probst unterrichte einige private Gitarrenschüler, und als sein Vater 49- jährig verstarb, übernahm er wiederum dessen Schüler an der Saarbrücker Musikschule.

Probst war in vielen Genres versiert und in allen Epochen bewandert. Er spielte Musik

in ihrer ganzen Bandbreite: Lautenmusik

der Renaissance, klassisch-romantische Gitarristik, Flamenco und internationale Folklore, Schrammel-, Unterhaltungs- Tanz-, und Popmusik, Lateinamerikanische Standard-Tänze und natürlich alle Varianten des Jazz.

In den 60-er Jahren spielte er in einem Instrumental- und Singkreis für alte Musik, der „Ars renata“ in Saarlouis, unter Yves Rudell, mit Sachverstand und großem Stolz die Theorbe.

Im Jahre 1961 gründete das musikalische Multitalent den „Gitarrenchor Saar-brücken“. Dieses Ensemble war damals das erste und einzige seiner Art im Südwestdeutschen Raum. Mitglieder waren zeitweise namhafte Gitarristen, wie Jiri Jirmal, Takashi Ochi, Tadashi Sasaki, Michael Koch, Dieter Steffen, Eberhard Wilhelm, Jörg Becker, Thomas Thiel und viele andere. Über viele Jahre nahm der Gitarrenchor Saarbrücken eine heraus-ragende Stellung ein, gab Impulse für diese neue Ensembleformation und weckte Interesse bei vielen „Nachahmern“. Franz Probst komponierte und arrangierte anfangs alle Spielstücke für sein Gitarren-ensemble selbst, denn es gab noch kaum Literatur für diese Besetzung. Seine Vorliebe für alte Lautenmusiken zeigt sich in seinen vielen Bearbeitung und Transkriptionen von Frescobaldi, Prätorius, Bach, Telemann, Haydn, u.a.. Um den Tonumfang und das Klangspektrum zu erweitern, bezog er bald auch Oktav-, Terz- und Bass-Gitarren mit ein.

Die Instrumentenbaufirma Klein in Koblenz baute auf seine Anregung eigens eine Oktav-Basso-Gitarre für sein Ensemble. Mit ihr löste er den Kontrabass ab, den er – in der kammermusikalischen Besetzung des Gitarrenchors – als zu dumpf und unbeweglich empfand.

Werke:


Suite Barock a-moll für 4 Gitarren

El Punteador

Venezolanischer Walzer

Purcell, Henry;


um 1659 in Westminster; † 22. November 1695 in London)

Purcell, der „Orpheus britannicus“, war Sohn eines Mitglieds der um 1660 errichteten Sängerkapelle Karls II. (Chapel Royal). Er erhielt seine Ausbildung als Chorknabe derselben Kapelle durch deren Vorsteher Henry Cooke († 1672) und dessen Nachfolger Pelham Humfrey (1647–1674). Nach Humfreys Tod setzte er seine Ausbildung bei John Blow und Matthew Locke (1621/22–1677) fort. 1676 übernahm er das Organistenamt an der Westminster Abbey. Im selben Jahr schrieb er Musik zu John Drydens Schauspiel Aureng-Zebe und zu Thomas Shadwells Epsom Wells und The Libertine. Es folgten weitere Schauspielmusiken, darunter eine Ouvertüre und eine Masque zu Shadwells Bearbeitung von Shakespeares Timon of Athens. 1682 wurde Purcell als Organist der Chapel Royal angestellt, eine Position die er zeitgleich mit seinem Organistenamt an der Westminster Abbey innehatte. Seine ersten Werke, die im Druck erschienen, die Twelve Sonatas, wurden 1683 veröffentlicht. In den Jahren schuf er hauptsächlich geistliche Musik und Oden zu festlichen Anlässen des Königshauses. 1685 schrieb er anlässlich der Krönung von Jakob II. zwei seiner bekanntesten Anthems, I was glad und My heart is inditing. 1687 setzte er seine Verbindung zu den Londoner Theatern fort und schrieb Musik zu Drydens Tragödie Tyrannick Love.

Für das Jahr 1689 ist die Aufführung seiner ersten Oper Dido und Aeneas belegt, an welche sich später noch 38 dramatische Musikwerke anschlossen, die sowohl durch ihre Stoffe (teils nach William Shakespeare, teils von John Dryden) als durch die Originalität und den hohen Kunstwert der Musik ein wohlbegründetes Aufsehen erregten. Nicht minder waren seine Kirchenkompositionen von den Zeitgenossen, namentlich auch von Händel, geschätzt.


1690 schrieb er Lieder zu Drydens Version von Shakespeares The Tempest, darunter Full fathom five und Come unto these yellow sands, und Musik zu Bettertons Bearbeitung von Fletcher und Massingers Prophetess (später besser bekannt unter dem Titel Dioclesian) und zu Drydens Amphitryon; 1691 entstand King Arthur, ebenfalls nach einem Libretto von Dryden. 1692 komponierte er Musik zu The Fairy Queen (eine Bearbeitung von Shakespeares Sommernachtstraum).

Zu Purcells Meisterwerken gehören sein Te Deum und Jubilate, die für den Cäcilientag des Jahres 1694 entstanden - es handelt sich hier um das erste englische Te Deum mit Orchesterbegleitung. Purcell überlebte diese Komposition nicht lange. Er komponierte ein Anthem für die Trauerfeier der Königin Maria II. von England 1694, das in einer elektronischen Fassung von Wendy Carlos zur Titelmusik von Stanley Kubricks Film Uhrwerk Orange wurde.


Er starb 1695 auf dem Zenit seines Schaffens, gerade einmal Mitte dreißig. Seine Witwe Frances Purcell starb 1706, sie veröffentlichte einige seiner Werke im Druck, darunter die berühmte Sammlung Orpheus Britannicus (zwei Bücher, 1698 und 1702). Bereits von Zeitgenossen mit diesem Titel gewürdigt, galt Purcell vor allem durch seine Vokalwerke lange Zeit als größter englischer Komponist. Bemerkenswert an diesen Werken ist vor allem die einfühlsame Verwendung der englischen Sprache. Purcell hatte vermutlich einen Sohn, Edward (1689–1740), der ebenfalls komponierte. Die Verwandtschaftsverhältnisse zu den weiteren Musikern der Familie Purcell ist noch immer nicht endgültig aufgeschlüsselt, mit Sicherheit handelt es sich allerdings bei dem Komponisten Daniel Purcell (ca. 1664– 1717) um seinen Bruder, der letzte bekannte Musiker dieser Familie, Edward Henry Purcell (?-1765), war vermutlich sein Enkel.


Henry Purcell wurde in der Westminster Abbey neben der Orgel begraben, auf seinem Grabstein steht: “Here lyes Henry Purcell Esq., who left this life and is gone to that blessed place where only his harmony can be exceeded. 1836 wurde in London ein Purcell Club gegründet, der sich die Aufführung seiner Werke zur Aufgabe gemacht hatte, aber 1863 aufgelöst wurde. 1876 wurde die Purcell Society gegründet, die sich der Veröffentlichung seiner Werke im Druck gewidmet und eine Gesamtausgabe initiiert hat.

Purcell gehört zu den Komponisten des Barock, die großen Einfluss auf moderne britische Komponisten

wie Benjamin Britten, Michael Tippett, Peter Maxwell Davies oder Michael Nyman hatten. Selbst moderne

Rock-Musiker berufen sich auf ihn: Pete Townshend von der Gruppe The Who zählt Purcell zu seinen

bedeutendsten Einflüssen, was beispielsweise in den Anfangstakten von Pinball Wizard deutlich wird.

Auch Klaus Nomi interpretierte Werke von Purcell als Countertenor.

Werke:


1689: Dido and Aeneas


Semi-Opern:

1690: The Prophetess, or the History of Dioclesian

1691: King Arthur, or the British Worthy

1692: The Fairy Queen

1695: The Tempest (vermutlich nicht oder nur teilweise von Purcell)

1695: Timon of Athens

1695: The Indian Queen (Masque zum Abschluss von Daniel Purcell)

Daneben zahlreiche Stücke der Vokal- und Instrumentalmusik wie Cembalo- und Orgelstücke, Chorwerke

sowie 42 Duette und über 100 Lieder.

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